Wenn du dein Auto jeden kalten Morgen 5-10 Minuten im Leerlauf lässt, schadest du ihm tatsächlich mehr, als du ihm hilfst. Dieser Rat war für Vergaser-Motoren in den 1980er Jahren sinnvoll. Moderne Kraftstoffeinspritzmotoren brauchen einen ganz anderen Ansatz.
Der richtige Weg
- Starte den Motor und warte 30-60 Sekunden. Dadurch kann sich der Öldruck aufbauen und das obere Ende des Motors erreichen.
- Fahre die ersten 5-10 Minuten vorsichtig. Halte die Drehzahl moderat (unter 3.000) und vermeide starkes Beschleunigen oder hohe Geschwindigkeiten.
- Das ist alles. Der Motor, das Getriebe, die Radlager, die Reifen und das Differential wärmen sich unter leichter Last schneller auf als im Stand.
Warum langes Leerlaufen schadet
- Kraftstoff-Abwaschung: Im Leerlauf läuft der kalte Motor fett (mit extra Kraftstoff). Dieser überschüssige Kraftstoff wäscht Öl von den Zylinderwänden ab, was den Verschleiß an den Kolbenringen und der Zylinderbohrung erhöht.
- Unvollständige Verbrennung: Kaltes, fettes Leerlaufen erzeugt mehr Kohlenstoffablagerungen an den Einlassventilen und Zündkerzen.
- Langsames Aufwärmen: Ein Motor, der in deiner Einfahrt im Leerlauf läuft, braucht 2-3x länger, um die Betriebstemperatur zu erreichen, als einer, der sanft fährt. Das Thermostat bleibt länger geschlossen, das Öl bleibt länger dickflüssig und der Verschleiß nimmt zu.
- Kraftstoffverschwendung: 10 Minuten Leerlauf jeden Morgen summieren sich im Laufe eines Jahres zu einer erheblichen Kraftstoffverschwendung.
Die Ausnahme
Wenn deine Windschutzscheibe vereist ist und du Enteisung brauchst, bevor du etwas sehen kannst, ist das ein Sicherheitsproblem – lasse den Motor so lange laufen, bis du Sicht hast. Aber der Motor selbst braucht es nicht.
Schnelle Maßnahme
Starte morgen früh dein Auto, schnall dich an, stelle deine Spiegel ein und fahr los. Fahre die ersten paar Minuten vorsichtig. Dein Motor wird es dir mit weniger Verschleiß, saubererer Verbrennung und besserem Kraftstoffverbrauch danken.